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Samstag, 3. September und Sonntag, 4. September 2005

jazz folk & bike
Radeln zu Folk und Jazz in Syke

Aus der "Kreiszeitung", 5.September 2005

Toskanische Leichtigkeit

Inga Rumpf: Ein Programm, das ohne Schicksalsschläge nicht denkbar wäre / Krönender Abschluss von Jazz Folk & Bike

SYKE Besser hätte es nicht enden können für '"Jazz, Folk & Bike" 2005. Das Natur-Kultur-Festival hatte zwei Tage lang bestes Wetter, erfreulich viele Besucher und erlesene Interpreten. Inga Rumpf, eine der wenigen deutschen Rock- und Blues-Legenden, schloss das Festival ab.

Dass sie ausgerechnet in der Barrier Kirche konzertierte, überraschte die echten Fans mitnichten: Gospels gehören seit Jahren zu Rumpfs Repertoire; daraus, dass sie die Lieder aus Überzeugung singt, macht die Hamburgerin keinen Hehl. Vor diesem Hintergrund passen dann auch die anderen Titel in Gotteshäuser.

In der Barrier Bartholomäus-Kirche sang Inga Rumpf in Triobesetzung vor allem Balladiges. Titel: „Easy in (her) soul”. Ein „frisches neues Programm” versprach die Sängerin den vielen Zuhörern, „auch wenn die Akustik hier nicht ganz einfach ist.”


Junger Jazz aus Holland:
Art of Oryx im Museum
Der lange Soundcheck hatte sich aber doch gelohnt. Alle, die im Schiff, auf der Empore und im Turmraum Platz genommen haben, konnten sehen, hören und verstehen. Die Heiterkeit des Tages, die Kühle des Raumes und das Schwingen des Blues versprachen einen Spätnachmittag von toskanischer Leichtigkeit.
Doch so einfach machte Inga Rumpf es dem Publikum nicht. Ohne Schicksalsschläge nämlich, sagte sie zu Beginn, sei ein solches Programm gar nicht denkbar. Tatsächlich hatte die Blues-Röhre alle Titel selbst verfasst und dabei kräftig aus dem eigenen Erfahrungsschatz geschöpft. Eine Reminiszenz an die Mutter („Up to your room”) oder den vor vier Jahren verstorbenen Ehemann („There's nothing greater than love”) setzten gewichtige Marken.
Einerseits! Andererseits lebt der Blues gerade davon, dass es sich durch Tränen am schönsten lächeln lässt. Dass Inga Rumpf dieses wissende Lächeln musikalisch beherrscht, macht sie zur Ausnahmeerscheinung, gibt ihr das berüchtigte schwarze Timbre.
Auch bei groovigeren Nummern wie „No cross, no crown“ versagt ihr Großformat nicht – der Rock war lange Inga Rumpfs Zuhause. Doch ihr neuer Einschlag zu mehr Stimme und mehr Ballade fesselte die Zuhörer auch in Barrien mühelos. Nach spätestens zwei Titeln hatte die wuchtige Bartholomäus-Kirche Temperatur.

Wenn schon Bike, dann richtig:
flexible Besucher
Dass Inga Rumpf dies ohne technisches und musikalisches Brimborium gelang, faszinierte umso mehr. Mit ihr musizierten nur Joe Dinkelbach am Klavier (es stimmt: Weniger ist viel mehr) und am Kontrabass mit ungewöhnlicher Farbenvielfalt Thomas Biller.
Am Ende stand ein rundum glückliches Festivalpublikum – und eine Interpretin, die sich noch immer sichtlich darüber freut, wirklich verstanden und gemocht zu werden.

Boris Hellmers

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Aus der "Kreiszeitung", 6.September 2005

Musikgenuss bei Sonnenschein

„Jazz Folk & Bike“-Festival 2005: Vielfältige Musik harmoniert mit bestem Sommerwetter

Von Marvin Köhnken

SYKE Das dritte "Jazz Folk & Bike"-Musikfestival beginnt am Sonnabend in Brünings Gasthaus mit der Mainzer Band "Goo Birds Flight". Bereits jetzt lacht die Sonne den zahlreichen Fahrradfahren zu, die während der kommenden zwei Tage ein musikalisches Feuerwerk erleben werden. Die mitreißenden Lieder der Folkband, gesungen von einer sympathischen Sängerin, stimmen die Besucher im ersten der dreizehn Besucher im ersten der dreizehn Konzerte auf die künstlerische Vielfalt des zweitägigen Festivals ein.
Jedes der Konzerte findet rund um den Mittelpunkt der Stadt Syke statt und vereint die beliebtesten Kulturstätten in einer großen Veranstaltung, die ihresgleichen sucht. Keine Kosten und Mühen waren den Veranstaltern während der einjährigen Planungsphase zu hoch. Und so spielen am Sonnabend noch die New Jazz Band Art of Oryx im Museum und das Trio Fraunhofer Saitenmusik in der St.-Bartholomäuskirche in Barrien, bevor am Abend die Rudy Rotta Blues Band zum Ende des ersten Tages im Museum gastiert.

Zuvor jedoch präsentieren die drei Songschreiber und Sänger der Gruppe Foggy Dew in der Wassermühle Barrien eigenwillige und dennoch auf ihre Weise traditionsbewusste Lieder. Vom Frontmann des ungewöhnlichen Projekts, Franz Xaver Grömmer, ausgehend, fasziniert das amüsante Zusammenspiel der drei Männer die Zuhörer und zeugt mit 5-Euro Gitarre und chinesischem Lampenschirm von der Spielfreude der Salzburger.

Am Sonntagmorgen beginnt das Tagesprogramm zeitgleich: in Syke mit der Modern Jazz Band Ventura und in Barrien mit Ulrike Dangendorf. Die Wassermühle ist bereits wieder restlos gefüllt, als Ulrike Dangendorf mit Geschichten über ihr Instrument, das Akkordeon, und eigene Erlebnisse ihre Gäste auf eine musikalische Weltreise mitnimmt.
Es zeigt sich, dass die neuen Tickets, die zum Besuch einzelner Konzerte berechtigen, gut angenommen werden. Zudem lässt auch die Sonne an diesem Tag nicht auf sich warten.
Das Programm setzt sich bis zum Abend fort. Nach einer kurzen Mittagspause beginnen gegen 15 Uhr vier der letzten fünf Konzerte und lassen jedem Musikfan die Qual der Wahl zwischen orientalisch-mittelalterlich beeinflussten Musik von Djamilah, scherzhafter Straßenmusik von Patrick und seinen Hellen Barden, der eindringlichen Stimme von Andrea Reichhart und ihrem Jazzquartett sowie Kabinettstücken von Bläser Uli Sobotta.
In der Wolfsschlucht, in der am Sonnabend auch die Blazzmusik der Talking Horns die Zuschauer mit vollen Sound beeindruckte, entfaltet sich die Musik des erfahrenen Musikers Sobotta aus Bremen zu einem natürlichen Klangkessel, der in jedem Teil der Schlucht ein einzigartiges Hörerlebnis ermöglicht und die Musik aus dem Konzertsaal in die freie Natur entführt.

Schon vor dem abschließenden Höhepunkt, dem Auftritt der Sängerin Inga Rumpf, ist der Erfolg des Festivals allgegenwärtig zu erkennen. Es vergeht keine Minute, in der man nicht einer Gruppe von Radfahrern auf den Verbindungswegen der Veranstaltung begegnet. Selbst die Bands lassen sich das nachfolgende Programm ihrer Kollegen nicht entgehen.

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