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Samstag, 1. Oktober 2005, 20.00 Uhr
Hannes Wader
Aus der "Kreiszeitung", 13. Oktober 2005
Treffen der Generationen
JFK präsentierte im Syker Theater die Liedermacher-Ikone Hannes Wader / Musik: Politisch und poetisch
SYKE (she) Eine Liedermacher-Ikone gab sich im Syker Theater die Ehre: Hannes Wader.. Und Generationen von Fans machten sich am Sonnabend auf den Weg.
Der Verein JazzFolkKlassik (JFK) hatte zur Feier des zehnjährigen Bestehens mit dem Politbarden einen ganz Großen verpflichten können.
Nun war Wader noch nie der geborene Bühnenmensch, und er ist es bis heute nicht. Trotz mehrerer Jahrzehnte Erfahrung kommt der Wahl-Schleswig-Holsteiner immer noch schüchtern und zurückhaltend daher, lässt lieber seine Musik sprechen, als sich persönlich in den Vordergrund zu spielen. Es bereitet ihm trotzdem keinerlei Probleme, einen ganzen Abend allein und nur mit seiner Gitarre zu gestalten schließlich kann er inzwischen auf einen scheinbar unerschöpflichen Liederschatz zurück greifen.
S o beschränkte er sich nicht darauf, seine neue CD „... und es wechseln die Zeiten“ vorzustellen. Auch seine betagteren Lieder wie „Heute hier, morgen dort“, „Leben einzeln und frei“ oder „Manche Stadt“ finden nach mehr als 30 Jahren künstlerischer Laufbahn immer noch Platz in seinem Bühnenprogramm. Wenn er sich dann zwischen den Liedern selbst das Wort erteilte, blitzte immer wieder sein hintersinniger Humor hervor. Der kam nicht zuletzt deshalb gut an, weil Wader mit dem Großteil des Publikums auch eine Lebensgeschichte verbindet. Wenn der Liedermacher sich an Weißwandreifen oder Nyltest-Hemden erinnert, geht raunendes Schmunzeln durch die Reihen. Der Liedermacher vergisst dann nicht, den Jüngeren kurz zu erklären, dass eine NSU ein Motorrad ist, und dass einige der Protagonisten in seinen Liedern schon nicht mehr leben. „Auch Sonja Ziemann und Rudolf Prack sind kürzlich verstorben“, flicht er bei „Nach Hamburg“ am Rande ein. Seine Musik ist immer aktuell; und wenn nicht, dann macht Wader eben neue Verse. Der Revolutions-Klassiker „Trotz alledem“ etwa liegt jetzt in einer auf den Neoliberalismus zugeschnittenen Variante vor. Die Erkenntnis, dass hundert Milliarden Dollar aufeinander gestapelt einen Turm von einhunderttausend Metern ergeben, verdanken wir dem Song „Milliardär“, den Wader humorig in eine fiktive Mathematikstunde gekleidet hat nicht ohne Systemkritik, versteht sich.
Besonders eindringlich gerät Waders „Stellungnahme“. Hier macht er deutlich, wie sehr ihn bedrückt, dass sich Neonazis verstärkt seiner Lieder bedienen. Es ist diese Mischung aus alt und neu, politisch und poetisch, bedrückend und heiter, die Waders Musik so bemerkenswert macht. Nicht zuletzt ist Hannes Wader ein begnadeter Dichter und er hat sein Publikum, das auch das Syker Konzert mit großem und dankbarem Applaus bedachte. Bis Wader alle mit einem Schlaflied nach Hause schickte.
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