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Freitag, 7. Juli 2006, Kreisparkasse Syke

Les Boukakes

France-Rock ging in die Beine

"Les Boukakes" aus Montpellier brachten das JFK-Publikum in Wallung

SYKE. Musik so richtig zum abrocken gab es am Freitag Abend im
Schulungssaal der Kreissparkasse Syke. Die Gruppe Les Boukakes aus Frankreich heizte mit arabisch-westlicher Musik die ohnehin schon hohen Temperaturen auf. Die Befürchtungen von JFK, dass die weit angereiste Gruppe vor nur einer Handvoll Zuhörern spielen musste, trat nicht ein. Bereits nach kurzer Zeit war zwar die Hälfte der Stuhlreihen leer, aber der Platz dahinter gut gefüllt mit Menschen, die im Rhythmus mitgingen, im Takt wippten oder auch ausgelassen tanzten. Schade, dass die Tanzfläche so klein und an den Rand gedrängt war. Einige lockere Sitzgruppen am Rand hätte denjenigen, die nur die Musik genießen wollten, auch die Möglichkeit zum Sitzen gegeben und dennoch das Konzert vollkommen zu dem gemacht, was die Intention der Gruppe war: Musik zum Tanzen und Mitklatschen, ein Konzert, in dem das Publikum nicht nur stummer Zuhörer ist, sondern die Gruppe in ihrer Lebhaftigkeit animiert.

Die Musik, die Les Boukakes spielte, hatte es in sich. Distanzlos vereinigte sie arabische Rhythmen mit hartem westlichen Rock, war erdgebunden-groovig und dennoch leicht und luftig. Die Instrumenten-Besetzung von Boukakes war klassich-rockig: Gitarre und E-Gitarre, Keybord und Schlagzeug. Wobei auf den Drums ein besonderes Gewicht lag: Neben dem westlichen Schlagzeug spielte Imed schlicht und doch äußerst spannungsgeladen die Derbouka, eine kleinere afrikanische Trommel, und in einigen Liedern wurde der Rhythmus mit Kastagnetten aus Kupfer betont. Die verschiedenen Musikstile vermischten sich innerhalb der Lieder oder wurden mit abrupten Wechseln hintereinander gespielt. So gelang es Les Boukakes, handfesten westlichen Rock mit orientalischer Leichtigkeit und Lebenslust zu verbinden - und völkerverbindend ein nicht nur westliches Publikum anzusprechen, auch wenn die Besucher anderer Nationalitäten doch die Ausnahme blieben.

Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen. Nach rund einer halben Stunde kam die Klimaanlage, die anfangs noch für eine angenehm kühle Luft sorgte, nicht mehr gegen die aufgeheizten Temperaturen an, frische Luft durch die geöffneten Fenster sorgte aber für ein erträgliches Klima. Die Gruppe spielte ohne Pause und schaffte es, trotz stickiger Luft und im Laufe des Konzerts immer unangenehmer werdender Temperaturen, die Stimmung noch zu steigern. Das Syker Publikum spielte aber auch folgsam mit: Als Sänger Bachir das letzte Lied als letzte Chance zum Tanzen ankündigte, standen nach intensiver Aufforderung auch die letzten noch in den Stuhlreihen sitzenden Zuhörer auf und gab dem Konzert einen fulminanten Schluss.

Birgit Müller / Syker Kurier