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Donnerstag, 5. Oktober 2006,
Kreisparkasse Syke

Malinky

Lieder von Räubern und bösen Bischöfen

Begeisterung für Gruppe Malinky in der Kreissparkasse

Leider nahm es kein gutes Ende. Flötenspieler Mark Dunlop bedauerte es zutiefst, dass der Gatte schließlich vom Bischof getötet wurde. Tieftraurige, manchmal sarkastische, immer aber sehr romantische Balladen waren die favorisierten Songs der Gruppe Malinky, die am Donnerstagabend auf Einladung der Konzertinitiative Jazz Folk Klassik (JFK) in der Kreissparkasse Syke zu Gast war.        

Balladen aus dem hohen Norden Europas, von den Shetland Islands, aus Schottland, manchmal mit schwedischem Einschlag, gehören zur favorisierten Stilrichtung der Gruppe Malinky. Das Quintett spielte die Balladen klassisch, mit mitreißender Begeisterung der Musiker. Die Darbietung ließ den einzelnen Spielern viel Raum für Soli und den Dialog der Instrumente untereinander. Und begeisterte immer wieder mit Liedern, in denen nicht die Instrumente, sondern die Stimmen dominierten. Denn alle Bandmitglieder sind nicht nur hervorragende Interpreten ihrer Instrumente, sie bestachen an dem Abend auch mit klaren, ruhigen und ausdrucksstarken Stimmen. Diese ließen sie auch mal für sich klingen, sangen Lieder mit spärlichster Begleitung in ungeheurer Intensität. In den Balladen kam die ruhige, klare Stimme Fiona Hunters besonders gut zum Ausdruck. Mühelos sang die Schottin mehrere keltische Dialekte - die Animation zum Mitsingen scheiterte allerdings an den für Deutsche schier unaussprechlichen und über mehrere Verse gehenden Refrains.

Mark Dunlop, Ewan Macpherson, Steven Byrne, Jon Bews und Fiona Hunters begeisterten mit viel Elan und virtuosem Spiel. Besonders Fiddle-Spieler Jon Bews betonte die Dramatik mit enthusiastischem Einsatz. Mit einem ausgefallenen Solo auf der Bodrhán holte sich Mark Dunlop einen Sonderapplaus. Er setzte mit verschiedenen Flöten ausgefallene Akzente.Ungewöhnlich für keltische Musik auch das Instrument der Sängerin Fiona Hunter: das Cello. Sie war der ruhige Pol der Balladen. Die klassische Basis aber bildeten Ewan Macpherson und Steven Byrne mit Gitarre und Mandoline. Lebhafte Einführung in die Inhalte gab Mark Dunlop auf Englisch. Manchmal wurde diese Einleitung zu einer eigenen Geschichte, mit vielen Ausschmückungen und eigenen Gedanken. Berichtete mit Sarkasmus von den Räubern, die drei Frauen überfielen, diese, da sie nicht heiratswillig waren, brutal ermordeten und dann feststellten, dass die eine unter ihnen die Schwester eines Räubers war. Er erzählte mit lebhafter Mimik, die bei den tragischen Enden der Balladen ein tiefes Bedauern über den Tod der Figuren ausdrückte. Einige wenige lebhafte Tunes waren willkommener Gegenpol zu den ruhigen Balladen, lockerten die ohnehin ausgelassene Stimmung auf und animierten die Zuhörer in dem voll besetzen Schulungsraum der Kreissparkasse zum Takt-Klatschen oder -Stampfen. Die Tunes spielte Malinky auf klassisch irische Weise, schnell, lebhaft und mit mitreißender Freude. Interessant wurden sie durch ständig wechselnde Tempi.

Die Zuhörer belohnten das Konzert mit ausgelassenem Applaus. Zugaben gab es allerdings nur spärlich. Bereits nach einem Lied verließen die Musiker die Bühne, nach der zweiten Zugabe beendete das eingeschaltete Licht jeden weiteren Wunsch nach Zugaben.

Birgit Müller, Weser Kurier